Pflegetagebuch

Broschüre

Was ist ein Pflegetagebuch?

Das wesentliche Kriterium zur Einstufung in eine Pflegestufe ist, wie viel Zeit eine Pflegeperson für die Hilfen benötigt, die zur Grundpflege gezählt werden. Dabei wird getrennt, was zusammengehört: Saft anreichen wird berücksichtigt, Tabletten anreichen aber nicht. Die Pflegekassen verschicken häufig Pflegetagebuch-Formulare und bitten darum diese ausgefüllt zurückzusenden. Diese Formulare sollten unbedingt mit anderen Vordrucken, wie z.B. von Servona, abgeglichen werden. Es passiert schnell, dass einige Verrichtungen vergessen werden.

Kosten für die Pflege können nur übernommen werden, wenn der Betroffene als pflegebedürftig eingestuft wird oder dessen Alltagskompetenz stark beeinträchtigt ist. Da die Höhe der Leistungen vom Grad der Pflegebedürftigkeit abhängt, ist es wichtig zu wissen, wie viel Pflege benötigt wird und wie groß der Hilfebedarf ist. Dazu vereinbart ein Gutachter zeitnah nach der Antragstellung einen Termin mit Ihnen. Der Gutachter kommt dorthin, wo Sie leben. Entscheidend ist dann, dass Sie gut vorbereitet sind. Denn: Welche Pflegestufe in Betracht kommt, welche Pflegehilfsmittel notwendig sind, wie die Pflege zu Hause organisiert werden kann – das alles wird bei diesem Besuch dokumentiert. Das Pflegetagebuch kann Ihnen dabei eine Hilfe sein.

Der Gutachter – das kann eine Pflegefachkraft oder ein Arzt sein – muss bei dem Besuch in kurzer Zeit einen Eindruck von der persönlichen Pflegesituation gewinnen. Möglicherweise fühlt sich der Pflegebedürftige gerade in diesem Moment recht wohl und vermittelt den Eindruck, noch bestens alleine klar zu kommen. Meist empfinden die Betroffenen den Besuch des Gutachters wie eine Prüfung, die sie gut bestehen möchten, und antworten oftmals viel zu positiv. Darüber hinaus werden aus Scham manche Probleme verharmlost oder verschwiegen. Wer gibt schon gerne zu, dass er Hilfe beim Toilettengang braucht oder seine Blase nicht richtig kontrollieren kann?

Der Anspruch auf pflegerische Leistungen kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Pflegebedürftige werden aufgrund ihres Hilfebedarfs bei der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung in Pflegestufen eingestuft und nicht nach der Schwere der Erkrankung. Dabei stehen die drei Bereiche Körperpflege, Ernährung und Mobilität im Vordergrund. Der tägliche Bedarf an Unterstützung in diesen Bereichen muss überwiegen. Auch berücksichtigt werden die besonderen Bedürfnisse von Personen mit einem erheblichen Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf.