Schritt 2

Wie stellen Sie einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung?

Setzen Sie sich mit Ihrer Pflegekasse in Verbindung und stellen Sie dort einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung. Selbstverständlich kann das auch ein Familienangehöriger, Nachbar oder guter Bekannter für Sie übernehmen, wenn Sie Ihn dazu bevollmächtigen.

Zuständig für die Pflegeversicherung ist die Krankenkasse des Pflegebedürftigen. Ein Anruf bei Ihrer Krankenkasse genügt und es wird Ihnen ein Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung zugeschickt. Einige Krankenkassen bieten hierfür auch Formulare auf Ihren Internetseiten an. Der Erstantrag auf Pflegeleistungen ist nicht aufwendig und ist schnell ausgefüllt. Trotzdem sollte vorab schon absehbar sein, welche Betreuungsform für den Pflegebedürftigen zukünftig geplant ist. Sie haben einen Anspruch auf eine Beratung durch die Pflegeberater Ihrer Pflegekasse innerhalb von zwei Wochen nach Antragseingang bei der Kasse. Folgende Beratungsstellen helfen Ihnen gerne weiter.

Pflegeberatung

Die Pflegeberatung sorgt dafür, dass Sie auch in schwierigen Zeiten nicht allein bleiben. Die geschulten Pflegeexperten stehen Ihnen zur Seite und erledigen Aufgaben, wie z.B. die systematische Erfassung und Analyse des Hilfebedarfs, die Erstellung eines individuellen Versorgungsplans und Einleitung der Maßnahmen, die Kontaktaufnahme zu weiteren an der Versorgung des Pflegebedürftigen beteiligten Institutionen. Auf Ihren Wunsch kommt der Pflegeberater auch zu Ihnen nach Hause.

Die private Pflege-Pflichtversicherung bietet die Pflegeberatung durch das Unternehmen „COMPASS Private Pflegeberatung“ an. Die Beratung erfolgt durch Pflegeberater bei Ihnen zu Hause, in einer stationären Pflegeeinrichtung, im Krankenhaus oder in einer Rehabilitationseinrichtung. Telefonisch erreichen Sie die Pflegeberatung „COMPASS“ kostenlos unter der Rufnummer +49 800 1018800.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) ist der sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Der MDK prüft, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und welcher Grad der Pflegebedürftigkeit vorliegt. Der MDK begutachtet:

  • Beeinträchtigungen in den Bereichen Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen, Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakt
  • Art, Umfang und voraussichtliche Dauer der Pflegebedürftigkeit
  • Das dauerhafte Vorliegen einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz (z. B. bei Demenz)

Bei knappschaftlich Versicherten erstellt das Gutachten der Sozialmedizinische Dienst. Bei Privatversicherten erfolgt die Begutachtung durch „Medicproof“.

Pflegestützpunkte

Pflegeberater finden Sie auch in Pflegestützpunkten. Wenn es in Ihrer Region einen Pflegestützpunkt gibt, können Sie sich ebenso an diesen wenden. Näheres erfahren Sie bei Ihrer Pflegekasse. Pflegestützpunkte sollen Pflegebedürftige und deren Angehörige Leistungen und Beratung „aus einer Hand“ anbieten. Pflegestützpunkte haben drei Hauptaufgaben vom Gesetz zugewiesen bekommen:

  • Auskunft und Beratung gegenüber den Berechtigten in sämtlichen pflegerischen Belangen
  • Koordination aller regionalen Versorgungs- und Betreuungsangebote
  • Vernetzung abgestimmter pflegerischer Versorgungs- und Betreuungsangebote

In einem Pflegestützpunkt soll Auskunft zu sämtlichen pflegerischen Belangen gegeben werden. Fragen zur Inanspruchnahme von Sozialleistungen, zu Möglichkeiten des altersgerechten Umbaus von Wohnungen oder zu Leistungen, Preisen und Qualität von Pflegediensten und häuslicher Krankenpflege gehören dazu. Auch die Hilfestellung bei der Beantragung und Inanspruchnahme der verschiedenen Leistungen und deren Kombination gehört zu den Aufgaben der Stützpunkte. Einen Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe finden Sie z.B. über das Zentrum für Qualität in der Pflege oder über Ihre Pflegekasse.