Morbus Crohn - Behandlung & Therapie

Wie wird Morbus Crohn behandelt und therapiert?

 Die Therapie ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Bei leichten oder mittelschweren Fällen genügt meist eine ambulante Behandlung. Schwere Fälle müssen zumindest zeitweise stationär therapiert werden. Vor allem die Schwere der Schübe entscheidet über die Akutbehandlung:

Geringe Aktivität:

  • Vermeidung von schlecht vertragenen Lebensmitteln
  • Symptomatische Therapie (Wirkstoffe gegen Krämpfe, Durchfall und Schmerzen)
  • Lokal entzündungshemmende Behandlung mit den Wirkstoffen Budesonid (eine Art Kortison) und/oder Sulfasalazin

Mäßige Aktivität:

  • Anwendung systemisch (im gesamten Körper) wirkender Kortisonpräparate
  • Spezielle Ernährungstherapie
  • Antibiotika gegen häufige bakterielle Begleitinfektionen

Hohe Aktivität:

  • Kortison und bei Bedarf weitere Immunsuppressiva (Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken), zum Beispiel Azathioprin
  • Antikörper gegen Entzündungsfaktoren (TNF-Antikörper)

Weil der genaue Entstehungsmechanismus von Morbus Crohn noch nicht ausreichend entschlüsselt ist, beschränkt sich die medikamentöse Behandlung auf die Linderung von Entzündung und Beschwerden. Diese hat außerdem das Ziel, die Ruhepausen zwischen den Schüben möglichst lange zu erhalten (remissionserhaltende Therapie).

Die individuelle Verfassung bestimmt darüber, ob eine Therapie während der Remission notwendig ist. Manchmal kann dann sogar vollständig auf die Behandlung verzichtet werden. Neben Medikamenten kann bei akuten Schüben auch eine Operation notwendig werden. Verengte stellen können dann mit einem Ballon aufgedehnt, Abszesse entfernt und Fisteln verschlossen werden.

Zwar gibt es keine allgemeingültigen Richtlienen für die Ernährung bei Morbus Crohn. Dennoch sollten Patienten auf einiges achten. Auch bei starken Schmerzen muss auf eine ausreichende Nahrungsversorgung geachtet werden, um nicht in einen Mangelzustand zu gelangen. Vor allem ausreichend Eiweiße, Vitamine und Ballaststoffe sind wichtig. Während einem akuten Schub dagegen sollte eine ballaststofffreie Kost („Astronautennahrung“) konsumiert werden. Bei sehr schweren Krankheitsschüben empfiehlt sich zur Entlastung des Darms die Ernährung über den Tropf.

Morbus Crohn bestimmt nicht selten mehr oder weniger das gesamte Leben des Patienten. Wenn sie daran leiden, ist in jedem Fall eine darauf spezialisierte Psychotherapie wichtig. Sie erlernen dabei den Umgang mit der Erkrankung und wie sie diese optimal in Ihr Leben integrieren können. Sie bekommen zudem Verhaltensweisen vermittelt, wie sie die Beeinträchtigungen und Beschwerden möglichst gering halten.